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Ca va, Freunde und Freibeuter der zähflüssigen eisenoxidhaltigen Pigmentlösung in der Haut. Ich heiße Oliver Neumann und liebe das TÄTOWIEREN. Bevor ich 2006 in Paderborn strandete, lebte ich noch im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Herne, bei Bochum. Ende der 80er bekam ich meine erste Tätowierung in dem Ältesten Studio Dortmunds. Kurz zuvor sah ich bei einem Konzertbesuch der Band Guanabatz den Sänger Pip mit seinem traditionellen asiatischen Ganzkörpersleave und war geflashed von so viel Hautkunst. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich, mit Tinte nicht zu kleckern, sondern zu klotzen, und statt barfuß mehr lackschuhartig mit Bildern in meiner Haut zu leben.

Auf der Suche nach einem für mich logistisch nahem und bezahlbarem Tätowierer, zur Zeit der Wende und Wiedervereinigung, stieß ich auf Bobo, einem autodidaktischen, "ursprünglich geschulten Knacki", der mich mit geselligen Gemüt und fabulösen Fähigkeiten an seinem umgebauten Braun-Rasierer faszinierte. In seinem Keller verbrachte ich somit viele Stunden selbst unter der Nadel und besuchte ihn immer öfter, um mit meinen Augen zu stehlen und ihn mit Fragen bezüglich des "Handwerks und Werkzeugs" begierig zu löchern.


Als er dann mal wieder "Einfuhr", bekam ich ein kleines Erbe an Bauteilen und war in der Lage mit einem Bauplan in meinem Kopf, eine eigene Maschine nach seinem Vorbild aus einem Braun-Rasierer zu verwirklichen. Diese Maschine, mit Namen Else, befindet sich heute noch in meinem Besitz, und ist requiriert anschaubar.

Nach einigen Einsätzen bei willigen Freunden, ging ich dann doch dazu über, mich mit professionellerem Equipment auszurüsten und mit einem Companero meinen Keller umzubauen und ihn für Sessionen und Obsessionen unserer Leidenschaft zu nutzen. Unser Arbeitsdrang wurde allerdings aufgrund der autodidaktischen Natur unserer Fähigkeiten ein wenig ausgebremst.

Einige Zeit verging mit bürgerlichem Arbeitsleben, welches bei mir Fernweh und den Wunsch nach Ausbruch zündete. Dieses in die Tat umsetzend, begab ich mich ein Jahr auf "große Fahrt". Auf dieser Pilgerreise lernte ich Jimmy Wong und einige aus der Wong-Family (Bangkok/Thailand) kennen. Bei einem weiteren Kirchgang dieser Art, hielt ich mich bei Horioshi III (Yokohama/Japan) auf. Diese Begegnungen erweiterten meinen Horizont und ich kam mit dem brennenden Wunsch zurück, endlich als Tätowierer meinen Traum zu verwirklichen.

Wieder in Deutschland, dauerte es nicht allzu lange und es ergab sich die Möglichkeit mit Eifer meiner Passion nachzugehen.

Im Sommer 2009 kam ich zu dem Entschluss meinen eigenen Shop herzurichten. Diesen findet ihr nun hier vorgestellt.

Der Begriff Boheme bezeichnet eine Subkultur von intellektuellen Randgruppen in denjenigen industriellen oder sich industrialisierenden Gesellschaften des 19. und 20. Jahrhunderts, die ausreichend individualistischen Spielraum gewähren und symbolische Aggressionen zulassen mit vorwiegend schriftstellerischer, bildkünstlerischer und musikalischer Aktivität oder Ambition und mit betont un- oder gegenbürgerlichen Einstellungen und Verhaltensweisen. Bedeutende und unbedeutende, berühmte, berüchtigte und Autoren und Künstler zählen dazu: die Boheme ist keine Ästhetisch-kritische, sondern eine sozialgeschichtliche Kategorie.

Diese Art zu leben ist vor allem verbreitet in Künstlerkreisen, wie z. B. bei Malern, Dichtern und Literaten, aber auch bei Studenten. Bürgerliche Töchter und Söhne verweigerten sich oft den Normen und Gepflogenheiten ihres Elternhauses und ihrer Klasse und lebten das Leben eines Bohemiens, das häufig als authentischer, eigenständiger, ursprünglicher und weniger entfremdet erlebt wurde.

Die Motive und Hintergründe für einen solchen Lebensstil sind vielfältig. Der Wunsch, die bürgerlichen Werte und Normen, die als einschränkend erlebt werden, zu überwinden oder der Wunsch nach Identitätsfindung, Selbstverwirklichung und kreativer Freiheit können ebenso eine Rolle spielen wie ein exzentrisches Wesen, jugendliche Auflehnung gegen die Elterngeneration, Entfremdungserfahrungen und Gesellschafts- oder Kulturkritik und natürlich die leidenschaftliche Hingabe an die Kunst, selbst wenn sie nicht zum Broterwerb reicht.

... viel Spass dabei!